Beim Carry Trading möchtest Du auf Zinsdifferenzen zwischen zwei verschiedenen Währungen setzen. Carry Trades sind also Forex Trades. Die vergangenen Jahre wurde dazu gerne der japanische Yen (JPY) mit seinen historisch geringen Zinsen genutzt.

Du leihst Dir dabei JPY mit niedrigen Zinsen und investierst es in bspw. USD, welcher hohe Zinsen hat. Ich erklär Dir das genau im Ratgeber:

Carry Trade Übersicht:

#1 Was ist Carry Trading? – Kurze Erklärung & Definition.

#2 Carry Trade Beispiel – Anhand von AUD/JPY.

#3 Währungspaare für Carry Trades – AUD/JPY, NZD/JPY, etc.

#4 Risiken von Carry Trades – Zinspolitik kann sich ändern.

#5 Vor- und Nachteile – Einfach umzusetzen; Geduld gefordert.

#6 FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Carry Trades.

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Was ist Carry Trading?

Die Carry Trade Strategie basiert auf dem Ausnutzen von Zinsdifferenzen zwischen den Währungen verschiedener Länder. Dabei nimmst Du einen Kredit in einem Land niedriger Zinsen auf und investierst dieses in eine Währung mit hohen Zinsen. Während Du im ersten Land einen geringen Zins zahlen musst, erhältst Du im zwieten Land einen höheren Zins. Die Differenz ist Dein Gewinn und wird als Zinsdifferenz bezeichnet.

Meistens dauern Carry Trades einige Wochen bis Monate. Denn neben der Zinsdifferenz kannst Du von Kursgewinnen des Forex-Paares profitieren. Ein hoher Zins sorgt für eine starke Währung, wodurch sich über einen längeren Zeitraum hinweg der Wechselkurs verändert.

Beachte: Oftmals wird für Carry Trades der japanische Yen (JPY) genutzt, da die Bank of Japan (BoJ) die Yen Zinsen niedrig und stabil hält.

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Carry Trade Beispiel

Der Australische Dollar (AUD) hat meist hohe Zinsen, während der japanische Yen (JPY) historisch gesehen geringe Zinsen hat. Aktuell liegt der AUD Zins bei 3,6% wärhend der Yen Zins bei 0,5% liegt, sprich eine Zinsdifferenz von 3,1%. Wenn Du zum Beispiel 10.000 € in das Währungspaar AUD/JPY investierst, erhältst Du dafür – je nach Wechselkurs – etwa 16.000 AUD.

Auf diesen AUD-Betrag bekommst du den australischen Zinssatz von 3,6 %, während du für den entsprechenden Yen-Betrag nur 0,5 % Zinsen zahlen musst. Du bekommst also 594 AUD Zinsen (grob 368€), während Du 8.250 JPY (grob 50€) Zinsen zahlen musst. Insgesamt hast Du einen Carry Trade Gewinn von 318€.

AUD/JPY im Wochenchart

Beachte: Die 8.250 JPY aus dem Beispiel ergeben sich aus dem AUD/JPY Wechselkurs. Du würdest für die 16.500 AUD rund 1.650.000 JPY bekommen, da der Kurs aktuell bei 100 liegt.

Währungspaare für Carry Trades

AUD/JPY: Wie im Beispiel besprochen der Klassiker der Carry Trades.

NZD/JPY: Der Neuseeland Dollar hat oft noch höhere Zinsen als der australische Dollar. Der japanische Yen ist für geringe Zinsen bekannt.

AUD/USD: Oft gibt es kleine Zinsdifferenzen zwischen den Währungen. Da die Wirtschaften aber sehr stabil sind, eigne sie sich dennoch.

NZD/USD: Ebenfalls gut geeigneter Carry Trade durch hohe Liquidität und politisch stabile Länder.

USD/JPY: Zuletzt gibt es hier ein höheres Zinsänderungsrisiko, aber historisch eignet sich das Paar gut.

Beachte: Carry Trades komplett auf Basis der Zinsunterschiede würden sich auch bei USD/MXN, USD/ZAR oder AUD/ZAR anbieten. Der mexikanische Peso ist aber ebenso wie der südafrikanische Rand durch politische & wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt.

Risiken von Carry Trades

Zu den Risiken von Carry Trades gehört das Zinsänderungs- sowie Marktrisiko. So ändert sich die Zinsdifferenz zwischen dem AUD/USD, wenn die US Notenbank FED die Leitzinsen anpasst. Ein Carry Trade könnte hier wertlos werden. Das Marktrisiko meint Kursschwankungen, da die Forexpaare nicht nur von den Zinsen sondern auch von anderen politischen & wirtschaftlichen Faktoren in ihrem Wert beeinflusst werden.

Hast Du bspw. einen Long Carry Trade auf dem AUD/JPY, aber die Kurse stürzen ab, dann wirst Du am Ende trotzdem mit eine Minus aus dem Trade gehen. Hast Du einen Trade offen rate ich Dir die Zinspolitik der entsprechenden Notenbanken sowie weitere wirtschaftliche Entwicklungen zu beobachten.

Ein weiteres Risiko stellen die Finanzprodukte zu Umsetzen der Carry Trades dar. Oftmals werden dazu gehebelte Produkte wie CFDs oder Futures verwendet. Diese Produkte haben übrigens auch Haltegebühren, wodurch sich Deine Gewinne durch die Zinsdifferenz schmälern.

Carry Trading Vor- und Nachteile

Vorteile:

Möglichkeit passiver Erträge (Zinsdifferenz)

Gut planbare Strategie

Kombination mit Trendstrategien möglich

Nutzen makroökonomischer Zinsunterschiede

Profit auch ohne starke Kursbewegungen

Nachteile:

Angebotsabhängig von Zinsumfeld

Swap-Kosten (Haltegebühren) könnten sich ändern

Plötzliche, fundamentale Ereignisse sind extrem riskant

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FAQ – Carry Trade

Warum wird der japanische Yen so häufig für Carry Trades genutzt?
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Weil die Bank of Japan seit Jahrzehnten extrem niedrige Leitzinsen hält. Dadurch ist der Yen eine günstige „Funding Currency“ – man kann ihn billig leihen und in höher verzinste Währungen investieren.
Wie verdient man beim Carry Trading tatsächlich Geld?
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Zum einen über die Zinsdifferenz zwischen zwei Währungen, zum anderen über mögliche Kursanstiege des Währungspaares. Wenn die höher verzinste Währung (z. B. AUD) stärker wird, profitierst du zusätzlich vom Wechselkursgewinn.
Wie lange hält man einen Carry Trade typischerweise offen?
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Carry Trades laufen meistens mehrere Wochen bis Monate. Es dauert, bis sich die Zinsdifferenz und der potenzielle Trend im Forex-Paar bemerkbar machen. Kurzfristige Trades ergeben nur selten Sinn.
Welche Währungspaare eignen sich besonders gut für Carry Trades?
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Beliebte Paare sind AUD/JPY, NZD/JPY, NZD/USD, AUD/USD und zeitweise USD/JPY. Diese Länder haben historisch stabile Leitzinsen und solide Wirtschaften – ideal für Carry-Strategien.

Christian Böttger

Vollzeit-Trader

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Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.