Eine Limit Order ist eine Anweisung an Deinen Broker eine Position erst zu einem vordefinierten Preis auszuführen. Der Preis sollte besser als der Marktkurs sein. Die bekanntesten Beispiele sind Buy- und Sell Limit Orders.
Aber auch der Stop-Loss und Take-Profit gehört zur Gruppe der Limits. Lass mich Dir alles weitere im Ratgeber zeigen:

Limit Order Überblick:
#1 Was sind Limit Orders? – Kurze Erklärung & Definition.
#2 Die 4 Limit Orders – Buy, Sell, Buy Stop, Sell Stop
#3 Limit vs. Market Order – Später kaufen oder jetzt kaufen.
#4 Stop-Loss und Take-Profit – Häufigsten Limits in der Praxis.
#5 Limit Order Beispiel – Ich zeig Dir eine Anwendung.
#6 Vor- und Nachteile – Bessere Preise; ggf. keine Ausführung.
#7 FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Limit Orders.
Was sind Limit Orders?
Mit einer Limit Order kannst Du Wertpapiere zu vorher festgelegten Preisen kaufen/verkaufen. Du gibst Deinem broker die Anweisung „Kaufe erst, wenn der Preis XY erreicht ist“. Du legst also einen maximalen Preis fest (=Limit), welchen Du als Kurs haben möchtest. Solange das Preislevel noch nicht erreicht wurde um die Order auszufphren, gilt die Order als „schwebend“ (engl.: pending).
Die Limit Order ist eine der klassischen Orderarten und wird von jedem Broker angeboten. Limit Orders finden sowohl im kurzfristigen Trading bei bspw. Breakout Strategien, als auch bei nebenberuflichen Tradern Anwendung.
Beachte: Oft kannst Du auch zur Order einen Zusatz hinzufügen, welche besagt, dass das Limit spätestens am Tagesende gelöscht werden soll. Für Daytrader kann das interessant sein.
Die 4 Limit Orders
#1 Buy Limit Order
Bei einer Buy Limit Order definierst Du einen Preis unterhalb des aktuellen Kurses bei welchem Du kaufen möchtest. Typischerweise kannst Du hier nach einer Unterstützung ausschau halten. Der Broker kann automatisch eine Long Position eröffnen sobald der niedrige Kurs erreicht wird. Du sagst also „Ich will maximal Kurs XY bezahlen“ (=Limit).

#2 Sell Limit Order
Mit einer Sell Limit kannst Du ein Preislevel über dem aktuellen Kurs festlegen wo Du verkaufen möchtest. Bspw. könntest Du einen Widerstand sehen und willst dort eine Short Position eröffnen. Ebenso kann das Sell Limit zum Exit einer Position genutzt werden wie Du später beim Take Profit Kapitel lesen wirst.

#3 Buy Stop Limit Order
Bei einer Buy Stop Order legst Du ein höheres Preislevel fest, was Du mindestens bezahlen möchtest für eine Long Position. Diese Orderart ist vor allem bei Momentum- und Breakout Tradern sehr beliebt. In der Praxis kann es schwierig sein den Moment des Ausbruchs zu erwischen und per Market Order in den Markt zu kommen, weswegen die Buy Stop hier angewendet werden kann. Die Buy Stop Order wird auch Stop Buy Limit genannt.

#4 Sell Stop Limit Order
Mit der Sell Stop Order legst Du einen Preis unter dem aktuellen Kurslevel fest bei welchem Du verkaufen möchtest. Bspw. könntest Du sehen, dass eine Unterstützung gebrochen wird, weswegen Du automatisch einen Short eröffnen möchtest.

Limit vs. Market Order
Eine Market Order ist eine Anweisung an den Broker SOFORT eine Position zu eröffnen. Eine Limit Order hingegen defineirt ein Preis wo SPÄTER die Order ausgeführt werden soll. Je nach Positionsgröße ist es bei beiden Ordertypen möglich, dass Du nur eine Teilausführung bekommst. Für uns Privatanleger spielt dies in der Praxis aber kaum eine Rolle, da wir zu kleine Positionsgrößen handeln.

Beachte: Welche von beiden Orderarten Du anwenden solltest hängt von Deiner Strategie und Deiner verfügbaren Zeit ab. Ich persönlich mache 90% meiner Trades per Market Order, da ich sowieso am Rechner sitze.
Stop-Loss und Take-Profit
Die Stop-Loss und Take-Profit Orders sind Limit Orders. Ein Stop-Loss verkauft Deine Position automatisch um Verluste zu begrenzen, während der Take-Profit Deine Position verkauft um Gewinne zu realisieren. Wenn Du Dir das folgende Beispiel anschaust, wo ich eine Long Position eröffnen möchte, dann wird Dir schnell klar wie die Orders mit Limits zusammenhängen. Einen hohen Kurs verkaufen ist nichts anderes als ein Sell Limit; einen tiefen Kurs verkaufen nichts anderes als ein Sell Stop.

Beachte: Bei den meisten Plattformen wirst Du die Begriffe Stop-Loss und Take-Profit für den Exit von Positionen finden. Einige wenige Broker sind allerdings bei der Begrifflichkeit von Limit und Stops zum Ausstieg geblieben.
Limit Order Beispiel
Befindet sich ein Wertpapier (Aktien, ATX, Forex, …) in einem Aufwärtstrend, so möchte ich auf weiter steigende Kurse setzen. Dabei will ich einen Rücksetzer zum kauf nutzen. Damit ich nicht den ganzen Tag am Rechner sitzen muss, kann ich diese Handelsidee per Buy Limit Order umsetzen. Bspw. befindet sich der Kurs bei 60€ und ich setze ein Buy Limit auf 55€, um hier eine Long Position automatisch zu eröffnen.

Beachte: Die meisten Broker bieten an direkt auch einen Stop-Loss und Take-Profit der Limit Order zu definieren. Nutze die Funktion des Stop-Loss definitiv! Denk dran, dass Trading gefährlich ist und der Stop-Loss unser Schutzmechanismus vor Verlusten ist.
Limit Order Vor- und Nachteile
Vorteile:
Präziser Einstieg zum Wunschpreis
Kontrolle über das Risiko
Ideal für Strategien mit Zonen und Rücksetzern
Kein ständiges Beobachten erforderlich
Hilfreich für nebenberuflich Trader
Nachteile:
Slippage möglich
Entgangene Trades
Erfordert viel Geduld
Möglicherweise Überladung im Chart durch Orders
FAQ – Limit Order

Christian Böttger
Vollzeit-Trader
>75% Trefferquote
+7 Jahre Erfahrung
>100K € Jahresgewinn
Über den Autor:
Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.
