Trading Indikatoren sollen Dir Hinweise auf zukünftige Kursbewegungen geben, indem sie vergangene Kursdaten mithilfe von mathematischen Formeln auswerten. Vor allem für Trading Einsteiger, welche die technische Analyse nutzen wollen, eignen sich Indikatoren als Hilfestellung.

Es gibt keinen Indikatoren, der immer richtig liegt. Viel mehr ist es so, dass jeder Indikator nur zu bestimmten Marktphasen (Trend oder Seitwärts) gut funktioniert. Mehr dazu im Beitrag:

Trading Indikatoren Themen:

#1 Was sind Trading Indikatoren? – Kurze Erklärung & Definition.

#2 Die besten 5 Indikatoren – SMA, RSI, Macd, …

#3 Indikator Strategie – Kombination zur Trendfolge.

#4 Vor- und Nachteile – Gut für Anfänger, aber zeitverzögert.

#5 FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Trading Indikatoren.

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Was sind Trading Indikatoren?

Trading Indikatoren sind mathematische Formeln, welche die Schlusskurse der vergangenen Tage auswerten und daraus auf mögliche Kursbewegungen schlussfolgern. Oftmals wird in Trendfolge- und Trendumkehrindikatoren, wobei es auch andere Aufteilungen gibt. Die Anzahl an Kerzen, welche in die Berechnung eines aktuellen Indikator-Wertes einfließt wird als „Periode“ bezeichnet.

Je größer die Peirode ist, desto langsamer verändern sich die Indikatoren. Daraus ergibt sich ein Grundproblem von Trading Indikatoren: Sie sind zeitverzögert! Für Anfänger dienen sie dennoch eine gute Hilfe dar.

Beachte: Nutze maximal 2 Indikatoren gleichzeitig. Andernfalls wirst Du schnell zu viele verschiedene Perioden in Deinem System haben.

Die besten 5 Indikatoren

#1 Gleitdurchschnitt (SMA)

Der Gleitdurchschnitte (engl. Moving Average) glättet Preisbewegugnen im Chart von Wertpapieren indem er den Durchschnitt der Schlusskurse über einen bestimmten Zeitraum bildet. Typische Perioden sind 20, 38, 50, 100 sowie 200. Den Durchschnitt kannst Du zur Bestimmung sowie dem Folgen eines Trends nutzen. Liegt der Kurs über dem SMA (Simple Moving Average), so befindet er sich im Aufwärtstrend. Ein Rücksetzer bietet eine Kaufchance:

Beachte: Da sich der SMA sehr langsam bewegt gibt es noch Variationen, welche aktuellere Kurse mehr gewichten. Der EMA (Exponential Moving Average) ist das bekannteste Beispiel und mein Favorit im Trading.

#2 Relative Stärke Index (RSI)

Der RSI-Indikator misst die Stärke von Auf- und Abwärtsbewegungen, wobei typischerweise die Periode 14 angewendet wird. Der Indikator wird auf einer Skala 0 bis 100 unterhalb des Charts geplottet. Für Dein Trading solltest DU die Werte 30 und 70 merken. Läuft bspw. der Kurs kurzfristig weit runter, so wird der Kurs günstiger was zu einer Gegenbewegungen führen kann. Der RSI deutet dies mit einem Wert unter 30 an („überverkauft“). Ein Wert über 70 bedeutet „überkauft“.

Beachte: Der RSI kann in übergeordneten Seitwärtsphasen super genutzt werden, um die Tiefs/Hochs der Range zu bestimmen. Ebenso kannst Du bei übergeordneten Trends Positionen in Trendrichtung eröffnen und das Gegensignal zum Exit nutzen.

#3 Moving Average Convergence Divergence (MACD)

Der MACD Indikator besteht aus einer „Macd-Linie“(blau) und einer „Signal-Linie“(orange). Die Macd-Linie wird aus der Differenz des EMA12 und EMA26 gebildet, während die Signal-Linie der EMA9 der Macd-Linie ist. Wir haben bei der Signal-Linie also eine Art doppelte Glättung und bewegt sich daher langsamer als die Macd-Linie. Ein Kreuzen der beiden Linien wird als Signal gesehen. Durch den Aufbau mit EMAs ist der Macd Indikator sinnvoll zur Trendfolge.

Beachte: Ein Kaufsignal unter der Null-Linie ist stärker als ein Kaufsignal über der Null-Linie. Im Chart oben habe ich nur sehr starke Signale. Die umgekehrte Logik gilt für Verkaufsignale.

#4 Bollinger Bänder

Die Bollinger Bänder bestehen aus drei Linien, wobei di emittlere Linie der 20er Gleitdurchschnitt ist. Die obere und untere Linien sind die zweifache Standardabweichung der Preisbewegungen. Die Idee hinter dem Indikator ist, dass Kurse stets zum Durchschnittspreis zurückkehren. Ein „weitees“ entfernen zur doppelten Standardabweichung ist also eher untypisch – eine Umkehr zur mittleren Linie ist wahrscheinlich.

Beachte: Gehe niemals blind an den äußeren Bollinger-Linien in einen Reversal Trade! Warte geduldig auf Umkehrsignale der Price Action wie bspw. eine Hammerkerze. Setze immer einen Stop-Loss!

#5 Average Directional Index (ADX)

Der ADX Indikator gibt Dir keine konkreten Ein- und Ausstiegssignale, sondern dient viel mehr als weiteren Zusatz. Der ADX kann als Maß für die Trendstärke einer Bewegung gesehen werden, wobei er auf einer Skala 0 bis 100 dargestellt wird. Befindet sich der Wert über 50, so ist der aktuelle Trend stark, weswegen Trendfolge Trades sinnvoll sind. Ist der Wert hingegen sehr gering, so könnte dies eine Seitwärtsphase oder das Ende eines Trends andeuten.

Beachte: Da der ADX selbst keine Richtung, sondern nur die Stärke des Trends zeigt, kann er um zwei Directional Linien DI+ und DI- erweitert werden.

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Indikator Strategie

Ein Indikator alleine hat in der Praxis wenig Aussagekraft. Die Kunst besteht darin zwei Indikatoren sinnvoll miteinander zu kombinieren. Eine mögliche Trend Strategie mit Indikatoren basiert auf dem Gleitdurchschnitt sowie dem Macd. Der SMA100 dient hierbei als Trendfilter während der Macd die finalen Ein- und Aussteige zeigen soll. Liegt der Kurs über dem SMA100, so sollen nur Long-Signale zum Einstieg genutzt werden, während die Short SIgnale zum Schließen der Position dienen.

Einen Stop-Loss kann man stets unter das neugebildete Tief legen. Je nach Stop Entfernung sollte die Positionsgröße so angepasst werden, sodass maximal 1% des Depots riskiert werden.

Beachte: Die umgekehrte Logik kannst Du für Short Positionen im Abwärtstrend nutzen, sprich wenn der Kurs unter dem SMA100 liegt.

Indikatoren Vor- und Nachteile

Vorteile:

Große Hilfe für Trading Anfänger

Miteinander kombinierbar für Strategien

Geben Kauf- und Verkaufsignale

Meisten Indikatoren bei allen Softwares zugänglich

Universell in allen Assets und Zeiteinheiten anwendbar

Nachteile:

Zeitverzögerte Signale

Es kann zu Fehlsignalen kommen

Indikatoren funktionieren unterschiedlich gut in verschiedenen Märkten

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FAQ – Trading Indikatoren

Wie viele Indikatoren sollte ich gleichzeitig nutzen?
+
Nutze maximal zwei Indikatoren gleichzeitig. Zu viele Indikatoren führen schnell zu widersprüchlichen Signalen („Indikator-Overload“) und machen Entscheidungen schwerer statt leichter.
Welcher Indikator eignet sich am besten für Anfänger?
+
Der Gleitdurchschnitt (SMA oder EMA) ist für Einsteiger am besten geeignet. Er zeigt Trends klar an und lässt sich einfach mit anderen Tools wie Unterstützung/Widerstand kombinieren.
Warum sind Indikatoren zeitverzögert?
+
Indikatoren basieren auf historischen Schlusskursen. Je mehr Kerzen in die Berechnung einfließen (große Periode), desto langsamer reagiert der Indikator. Deshalb sind Indikatoren immer leicht verzögert – besonders Trendindikatoren.
Kann ich Indikatoren auf allen Zeiteinheiten verwenden?
+
Ja. Indikatoren funktionieren grundsätzlich auf allen Timeframes. Je größer die Zeiteinheit (z. B. H1, H4, Tageschart), desto zuverlässiger sind die Signale. Kleine Timeframes enthalten mehr Rauschen und Fehlsignale.

Christian Böttger

Vollzeit-Trader

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Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.